21.02.2007 - Gehaltserhöhung fürs Nichtrauchen
Bis zu 2.000 Euro mehr Geld pro Jahr, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Das ist das Angebot von Dolphin Technologies an seine Mitarbeiter. Die Idee scheint zu gefallen, denn alle sind dabei. Der Betrag setzt sich aus zwei Komponenten zusammen, einer monatlichen Prämie und der Ersparnis des Mitarbeiters selbst. Wer rückfällig wird, hat doppelt Pech: neben dem gesundheitlichen Schaden sind auch bisher erhaltene Boni zurückzuzahlen. Die Pressereaktionen jedenfalls sind fast schon unheimlich: selbst in Kanada wurde darüber berichtet! Jeder rauchende Mitarbeiter verbringt durchschnittlich 20 Stunden im Monat damit, während der Arbeitszeit seinem Laster nachzugehen. Raucht er oder sie nicht mehr, steigt nicht nur seine Produktivität sondern auch das körperliche Wohlbefinden. „Somit entsteht ein Nutzen für Unternehmen und Mitarbeiter, zu dem auch beide Parteien Ihren Teil beitragen sollten", so die Idee von Dolphin Technologies Geschäftsführer Harald Trautsch. Bei einer Packung Zigaretten pro Tag beträgt das monatliche Einsparungspotential bereits 100 Euro. Weitere 100 Euro steuert das Unternehmen monatlich als Prämie bei. Durch die Lohnnebenkosten liegt die tatsächliche finanzielle Belastung für das Unternehmen bei etwa EUR 150,00. Dem Mitarbeiter selbst bleiben netto etwas über EUR 50,00 pro Monat über, denn steuerliche Begünstigung oder Sonderkonditionen bei der Sozialversicherung gibt es keine. Immerhin bietet die Gebietskrankenkasse für Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern einige Massnahmen, wie z.B. eine Beratung vor Ort, an. Kleineren Betrieben bleibt nur das „Rauchertelefon". Die Prämie wird allerdings nur bezahlt, wenn man auch im Privatleben auf das Rauchen verzichtet. Und auch die Ausstiegsbarriere aus dem Projekt ist hoch: wird ein Mitarbeiter rückfällig, schadet er damit nicht nur seiner Gesundheit. Er verpflichtet sich auch vertraglich, die bereits erhaltene Nettoprämie der letzten sechs Monate an eine karitative Organisation zu spenden. Um die ehemaligen Raucher ganzheitlich zu unterstützen, wurden Beratungstage mit einer nahe gelegenen Apotheke vereinbart. Ein wöchentlicher Obstkorb soll dazu beitragen, dass die kreativen Pausen gesund verbracht werden können. Die bisherigen Raucherecken wurden aufgelöst und der gesamte Firmenbereich als Nichtraucherzone deklariert. „Wir möchten gesunde Mitarbeiter und sind bereit, dafür auch in die eigene Tasche zu greifen. Deshalb haben wir die monatliche Prämie so kalkuliert, dass Sie in Kombination mit der monatlichen Ersparnis für unsere Mitarbeiter auch wirklich attraktiv ist" betont Harald Trautsch. Dass dem so ist zeigt das Ergebnis: „Alle Raucher haben unseren Vorschlag als Anlass genommen und nehmen an dem Projekt teil!" |